
Bei einem Stromausfall fallen die kommunalen Pumpen aus, und Wasser kann nicht mehr zu den Wasserhähnen verteilt werden. Deshalb musst du einen Plan haben, um Zugang zu sauberem Trinkwasser zu sichern.
Jede Person benötigt mindestens drei Liter Wasser pro Tag – für Kochen, Hygiene und natürlich zum Trinken. Wenn der Strom ausfällt, geht es nur um Stunden, um sich vorzubereiten. Einen Plan zu haben, wie man Wasser lagern kann, ist daher eine gute Idee. Am einfachsten ist es, so viel sauberes Wasser wie möglich sofort aufzufüllen, um eine spätere Sterilisation zu vermeiden. Faltbare Kanister sind eine gute Lösung: Sie benötigen leer nur wenig Platz, können aber im gefüllten Zustand große Mengen Wasser speichern. Auch die Badewanne kann ein geeigneter Behälter sein, und es gibt spezielle Kunststoffeinsätze, die sehr große Wassermengen aufnehmen können.
Wasser sollte möglichst dunkel und kühl gelagert werden. Sind sowohl Wasser als auch Behälter bei der Abfüllung sauber, hält sich das Wasser lange. Ist die Reinheit unsicher, sollte man es vor dem Verzehr abkochen, filtern oder chemisch aufbereiten.
Die Kommune kann bei Wasserknappheit an bestimmten Stellen Wassertanks aufstellen. Das Wasser musst du selbst holen, und die Menge, die du mitnehmen darfst, wird begrenzt sein, da es für viele reichen muss. Bei einer größeren Krise ist es nicht selbstverständlich, dass kommunales Wasser verfügbar sein wird – dann musst du es dort holen, wo es noch vorhanden ist.
Ein Tipp ist, die eigene Umgebung gut zu kennen: Wo gibt es Wasser, das direkt trinkbar ist? Oder wo gibt es Wasser, das trinkbar gemacht werden kann? Gehe mit diesem Gedanken spazieren und präge dir gute Stellen ein.
In den meisten Fällen, in denen Wasser aus natürlichen Quellen entnommen wird, muss es gereinigt werden. Man sollte kein Wasser trinken, dessen Qualität man nicht kennt. Eine Krisensituation kann sich schnell verschlimmern, wenn man sich durch verunreinigtes Wasser vergiftet – mit Durchfall und geschwächtem Allgemeinzustand als Folge.
Zum Glück gibt es viele Methoden, Trinkwasser aufzubereiten. Ein einfaches Filter lässt sich selbst herstellen: Ein Behälter, gefüllt mit Kies, Sand und Holzkohle, entfernt einen Großteil der Krankheitserreger. Als Grundregel gilt jedoch: Wasser nach der Filtration immer abkochen. Außerdem gibt es zahlreiche industriell gefertigte Filter, die das Wasser bis zu 99,9 % reinigen. Die Technik in diesem Bereich hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, und Wasserfilter sind heute äußerst effektiv und preiswert.
In einem Interview mit Johan Lindh, Parasitologe an der Universität Uppsala, wurde deutlich, dass fast 3000 Menschen nach dem Ausbruch in Östersund an bleibenden Magenproblemen leiden. Damals sollen rund 47.000 Menschen durch den Parasiten Cryptosporidium infiziert worden sein.
Protozoen (Amöben, Giardia, Cryptosporidium)
(Amöben, Giardia und Cryptosporidium u. a.) sind tierische Einzeller und gelangen – genau wie Bakterien – über den Kot von Menschen und Tieren ins Wasser. Einer der kleinsten Organismen in dieser Gruppe ist der Malaria-Erreger, der jedoch im Trinkwasser ungefährlich ist. Diese sehr kleinen Protozoen sind 1–2 Mikrometer groß. Für schwedisches Wasser sind vor allem Giardia und Cryptosporidium problematisch. Viele Wasserwerke sind schlecht darauf ausgelegt, Mikroorganismen zu entfernen, und der Klimawandel erhöht zusätzlich das Risiko, dass sich diese im Trinkwasser verbreiten. Die Größe dieser Mikroorganismen liegt bei 3–6 Mikrometern, was bedeutet, dass alle unsere Filter diese zuverlässig herausfiltern.
Bakterien (E. coli, Salmonella, Cholera)
(E. coli, Salmonella und Cholera u. a.) sind einzellige Organismen, die sich besonders in warmen Umgebungen – vor allem im Wasser – schnell vermehren. In Schweden ist vor allem E. coli bzw. EHEC erwähnenswert. In den letzten Jahren haben sich in Schweden zwischen 300 und 600 Personen infiziert, und die Zahl der Fälle nimmt zu. Häufig sind Lebensmittel die Überträger, aber eine wichtige Quelle sind auch Rinder, die den Erreger in sich tragen, ohne selbst krank zu werden. Kommt es zu Problemen mit der Kanalisation und gelangt Gülle ins Trinkwasser, besteht die Gefahr einer Ansteckung. Risiken bestehen auch bei Badestellen in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben mit Viehhaltung. Dies sollte man bedenken, wenn man Trinkwasser in der Nähe von weidenden Tieren entnimmt. Die Größe von E.-coli-Bakterien liegt bei 1–2 Mikrometern und sie werden von den meisten Wasserfiltern zuverlässig erfasst.
Viren (Hepatitis A, Rotavirus, Polio)
(Hepatitis A, Rotavirus und Polio u. a.) sind kleine Parasiten. Sie können sich nur in lebenden Zellen vermehren, da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen. In Schweden kommen unter anderem Caliciviren und Noroviren vor, die die sogenannte Winterbrechdurchfall-Krankheit verursachen. Viele Viren haben eine Größe von etwa 0,3 Mikrometern, obwohl es auch deutlich größere gibt. Das bedeutet, dass nicht alle Filter sämtliche Viren herausfiltern können. Viele Filter haben jedoch eine Filtergröße von 0,1 Mikrometern, wodurch nahezu alle Viren entfernt werden.
Schwermetalle & Chemikalien
Neben lebenden Organismen kann Wasser auch durch Metalle und Chemikalien ungenießbar werden, die unter anderem in Pflanzenschutzmitteln enthalten sind und durch Regen oder Schnee in Grundwasserquellen, Seen und Flüsse gelangen können. PFAS finden sich heute weltweit im Wasser – sie wurden sogar im fallenden Regen nachgewiesen – und stellen eine große Herausforderung für die Zukunft dar.
Die häufigsten Symptome bei Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser verursacht werden, sind Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit und Kopfschmerzen. Welche Symptome eine infizierte Person entwickelt, hängt sowohl vom jeweiligen Erreger als auch von den individuellen Eigenschaften der betroffenen Person ab. Bei einem geschwächten Immunsystem können die Symptome sowohl schwerwiegender als auch langanhaltender sein. Die Auswirkungen einer Belastung durch Chemikalien und Schwermetalle können noch schädlicher sein und Krebs, Schäden am Erbgut oder an der Fortpflanzungsfähigkeit sowie Störungen des Hormonsystems verursachen.
Es kann eine gute Idee sein, das Wasser mit einem Wassertest zu prüfen, wenn man sich seiner Qualität nicht sicher ist.
Mit Wasserfiltern werden schädliche Stoffe sehr effektiv entfernt. Übliche Wasserfilter bestehen aus Keramik oder Glasfaser, die selbst kleinste Partikel zurückhalten und das Wasser zu 99,9999 % von Protozoen und Bakterien reinigen. Heute gibt es auch Wasserfilter, die mit anderer Technik Chemikalien und Schwermetalle entfernen, sodass nahezu jedes Wasser trinkbar wird.
Weder Protozoen, Bakterien noch Viren überleben eine UV-Behandlung. Die Anwendung ist sehr einfach: Die UV-Lampe wird ins Wasser gehalten und umgerührt. Nach wenigen Sekunden ist das Wasser sicher zum Trinken. Eine UV-Lampe filtert jedoch keine Sedimente oder andere Partikel aus dem Wasser, daher sollte trübes Wasser vor der Behandlung gefiltert werden.
Mit Hilfe von Chlor und Silberionen entfernt man effektiv Protozoen, Bakterien und Viren. Die Anwendung ist einfach: Eine Tablette wird in eine bestimmte Menge Wasser gegeben, wo sie sich auflöst. Nach einigen Minuten ist das Wasser sicher trinkbar. Auch hier sollte das Wasser vorgefiltert werden, da der chemische Prozess Schmutz und Sedimente nicht entfernt.